Euroskala: Farbstandard im Vierfarbdruck
Was ist die Euroskala im Druck?
Die Euroskala ist die Kurzform für Europaskala beziehungsweise Europäische Farbskala für den Offsetdruck und bezeichnet ein standardisiertes Farbsystem in der Druckindustrie. Sie stellt ein wichtiges Qualitätsmerkmal im Vierfarbdruck dar und basiert auf den CMYK-Farben. Über die Jahre hinweg wurde die Euroskala einigen Änderungen unterzogen, als historischer Begriff ist sie jedoch heute noch bekannt.
Ihre Anfänge nahm die Euroskala in der DIN-Norm 16539 im Jahr 1971. Diese nationale Norm wurde 2002 durch eine internationale Vereinheitlichung der Farbstandards abgelöst, der sogenannten ISO 2846-1. Diese internationale ISO-Norm berücksichtigt unter anderem eine Norm aus den USA und Japan. Heutzutage gilt im Druck die ISO-Norm 12647.
Wie funktioniert die Euroskala?
Der Euroskala liegt das CMYK-Farbmodell zugrunde. Im Druck liegen die vier Prozessfarben Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz) in Rasterpunkten über- und nebeneinander. So entstehen im Vierfarbdruck unterschiedliche Farbtöne. Euroskala und CMYK unterscheiden sich wie folgt: CMYK beschreibt das Farbmodell beziehungsweise die vier Druckfarben, bei der Euroskala handelt es sich um eine ältere Bezeichnung für den Druck mit diesen standardisierten Prozessfarben. Sie bietet eine wichtige Orientierung in puncto Farbtreue, Sättigung und Farbauftrag eines Druckprodukts und stellt Konsistenz sowie Präzision der gedruckten Farben in verschiedenen Druckverfahren und auf unterschiedlichen Maschinen sicher. Ausserdem gibt die Euroskala im Offsetdruck vor, welche Druckplatte zuerst und welche danach zum Einsatz kommt.
Unterschied zwischen Euroskala und ISO-Skala
Hin und wieder findet die Euroskala im Druck heute als umgangssprachliches Synonym für ISO-Skala Verwendung. Die beiden Begriffe haben jedoch nicht die gleiche Bedeutung. Euroskala ist eine ältere Bezeichnung aus der Druckpraxis für den standardisierten Vierfarbdruck, beschreibt aber keinen aktuellen Normstandard im engeren Sinn. Das Wort ISO-Skala ist keine Fachbezeichnung, sinngemäss sind damit sogenannte ISO-Standards gemeint. ISO-Standards sind offizielle benannte Normen – sie definieren konkrete technische Vorgaben für Druckfarben, Druckbedingungen und Farbreproduktion. Neben Fogra-Charakterisierungen und ICC-basierten Prozessen (siehe ICC-Profil) stellen ISO-basierte Druckstandards eine wichtige Grundlage für die moderne Druckpraxis dar.
Anwendung Euroskala heutzutage
Euroskala im heutigen Gebrauch bezieht sich auf einen Vierfarbdruck mit den Farben CMYK. Beispiele sind klassische Offsetdrucke wie Flyer, Broschüren, Magazine oder Plakate. Der Vierfarb-Offsetdruck ist auch mit der Bezeichnung 4C-Euroskala gemeint. Euroskala 4/0-farbig bedeutet einen vollfarbigen (vierfarbigen) Druck auf der Vorderseite und eine unbedruckte Rückseite. Bei Euroskala 4/4-farbig sind Vorder- und Rückseite vollfarbig bedruckt. Es gibt ausserdem die Bezeichnung 4C-Digitaldruck, die einen möglichst identischen Farbeindruck im Sinne der Euroskala zum Ziel hat. Im Druckwesen ist heutzutage die Normenreihe ISO 12647 gängig, beispielsweise ISO 12647-2 für den Offsetdruck und ISO 12647-3 für den Zeitungsdruck.
Ist ein bestimmter Farbton für ein Druckprodukt gewünscht, der sich nicht mit den vier Grundfarben CMYK mischen lässt, kommen Sonderfarben wie HKS oder Pantone ins Spiel. Hier wird die jeweilige Farbe als eigene Druckfarbe direkt gedruckt.
Zusammenfassung zu Euroskala
- Euroskala als offizielle europäische Norm für Druckfarben, die eine hochwertige Qualität und Farbtreue sicherstellt
- Zusammenhang zwischen Euroskala und CMYK: Euroskala-Farben sind die klassischen Farben im Vierfarbdruck (CMYK)
- Begriff Euroskala heute v. a. als historische Bezeichnung verwendet, DIN 16539 als ursprüngliche Euroskala überholt
- Standard für den Offsetdruck ist heutzutage ISO 12647-2, allgemein spielen im Druck ISO-Standards eine grössere Rolle