Tampondruck: Funktionsweise, Vorteile & typische Anwendungen
Was ist Tampondruck?
Der Tampondruck stellt ein indirektes Tiefdruckverfahren dar, bei dem ein Tampon aus Silikonkautschuk die Druckmotive auf den Bedruckstoff überträgt. Die enorme Flexibilität und Elastizität des Tampons ermöglichen das Bedrucken von nahezu allen Formen und Materialien, zum Beispiel Kunststoffmaterialien, Glas, Keramik, Metall oder Karton.

Funktionsweise des Tampondrucks
Beim Tampondruck schmiegt sich der elastische Tampon aus Silikonkautschuk selbst an gewölbte Oberflächen optimal an und überträgt Ihr Motiv so beispielsweise bestens auf unsere Kugelschreiber, Flaschenöffner oder Feuerzeuge.
Zu Beginn des Tampondruckverfahrens entsteht ein sogenanntes Klischee aus Stahl oder Kunststoff (1): eine Druckform, in die das Druckmotiv eingelassen wird – bei Stahlklischees zum Beispiel durch Ätzen. Anschliessend wird das fertige Klischee mit Farbe versehen. Eine Rakel schabt die überschüssige Farbe ab, sodass der Tampon die Farbe aus der Druckform aufnehmen kann (2). Im nächsten Schritt hebt der nun mit Farbe versehene Tampon vom Klischee ab (3) und überträgt dann das Motiv auf den Bedruckstoff (4), etwa auf einen Kugelschreiber. Dieser Prozess kann mit weiteren Farben wiederholt werden, um beim Tampondruck ein mehrfarbiges Ergebnis zu erzielen. Für wiederkehrende Druckmotive in hohen Auflagen kommen Stahlklischees zum Einsatz.
Verschiedene Verfahren des Tampondrucks
Innerhalb des Tampondrucks gibt es verschiedene Verfahren: Das offene Farbsystem, das geschlossene Farbsystem, den Rotationstampondruck und den Rundumtampondruck.
Tampondruck mit offenem Farbsystem
Beim offenen Farbsystem befindet sich die Druckfarbe in einem offenen Farbbecken. Ein Farbspachtel verteilt die Farbe über dem Druckklischee und ein Rakelmesser streift die überschüssige Farbe ab. Das offene Farbsystem bietet sich besonders für grosse Druckflächen an.
Tampondruck mit geschlossenem Farbsystem
Das Verfahren des geschlossenen Farbsystems arbeitet mit einem geschlossenen Farbtopf, der durch einen umlaufenden Ring abgedichtet ist. Das hat den Vorteil, dass keine Lösemittel aus der Farbe austreten können und die Farbqualität über längere Zeit bestehen bleibt. Daher ist es auch häufig nicht nötig, die Farbe immer wieder nachzudünnen. Beim geschlossenen System liegt der Farbtopf kopfüber auf dem Klischee auf. Das Besondere an dieser Technik ist, dass die Farbe auf das Klischee aufgetragen wird und gleichzeitig Präzisionskanten am Farbtopf die überschüssige Farbe abrakeln – der Farbauftrag und das Rakeln laufen hier im Gegensatz zum offenen Farbsystem in einem Arbeitsschritt ab. Das geschlossene System gilt als gebräuchlicher und schneller in der Praxis.
Rotationstampondruck
Beim Rotationstampondruck liegt die Druckfarbe wie im offenen Farbsystem in einem offenen Farbbecken. Der Farbauftrag erfolgt über walzenförmige Klischees auf walzenförmige Tampons. Die Walzen bewegen sich fliessend gegeneinander und ermöglichen so einen fortlaufenden und schnellen Druckvorgang. Dieses Verfahren des Tampondrucks eignet sich für höhere Auflagen sehr gut.
Rundumtampondruck
Im Rundumtampondruck ist es möglich, das zu bedruckende Objekt selbst um die eigene Achse zu drehen und an einen Riementampon heranzuführen. Damit können Sie Drucke rundum auch auf komplizierter zu bedruckenden Produkten wie Bällen aus Schaumstoff aufbringen – beispielsweise auf Antistressbällen aus unserem Shop. Im Allgemeinen sind mit dieser Technik des Tampondrucks grosse Druckmengen ebenfalls realisierbar.
Vorteile des Tampondrucks
- enorme Flexibilität: Dank der Verformbarkeit des Tampons lässt sich beinahe jeder beliebig geformte Gegenstand bedrucken. Grund dafür ist der besonders elastische Silikonkautschuk. Dieser passt sich der jeweiligen Form des Bedruckstoffes an – egal ob rau, glatt, konkav, konvex et cetera – und gewährleistet somit eine ideale Übertragung des Druckmotivs auf das zu bedruckende Objekt.
- hohe Präzision: Druckerzeugnisse im Tampondruck punkten mit hoher Genauigkeit, scharfen Kanten, feinen Linien und einer hervorragenden Farbsättigung von nahezu 100 Prozent.
- kurze Umrüstungszeiten: Klischee und Farbe sind schnell ausgetauscht.
Nachteile des Tampondrucks
- begrenzte Druckfläche: Die Druckfläche des Motivs beschränkt sich auf die Grösse des Tampons.
- hohe Kosten: Da die Herstellung der Klischees sehr teuer ist, summieren sich die Kosten insbesondere bei mehrfarbigen Motiven und kleinen Auflagen.
Anwendungen & Einsatzbereiche des Tampondrucks
Die Elastizität des Tampons und die damit einhergehenden Vorteile haben ein grosses Anwendungsgebiet zur Folge: Mit diesem Spezialdruckverfahren ist es möglich, Bedruckstoffe aus Kunststoff über Glas und Keramik bis hin zu Metall, Papier und Karton zu bedrucken. Besonders bei den folgenden Produkten kommt Tampondruck zum Einsatz:
- Spielzeug (z. B. Schienenfahrzeugmodelle)
- Werkzeuge
- Werbemittel
- Elektronik
- Geschirr
- Haushaltsartikel
Tampondruck im Vergleich
Da der Tampon beim Tampondruck die Farbe aus den Vertiefungen des Klischees aufnimmt, ist hier von einem indirekten Tiefdruck die Rede. Für den Tampondruck werden in der Regel Pantonefarben genutzt. Ein Vergleich mit anderen Druckverfahren:
| Druckverfahren | Drucktechnik | Vorgehensweise | Vergleich |
| Letterset | Hochdruck | die zu druckenden Elemente stehen erhaben in der Druckform; ein Gummituchzylinder fungiert als Träger | ebenfalls indirekter Druck, der sich für das Bedrucken zylindrischer Gegenstände eignet |
| Offsetdruck | Flachdruckverfahren | verwendet Druckplatten aus Aluminium als Druckform; die zu bedruckenden Stellen sind beschichtet und liegen auf gleicher Ebene wie die nicht zu bedruckenden Stellen | für flache Materialien (Papier, Pappe) geeignet; vollfarbiger Druck (CMYK + Sonderfarben) |
| Siebdruck | Durchdruck | mit einer Rakel, einem Sieb und einer Schablone wird die Farbe auf den Bedruckstoff aufgetragen | direktes Druckverfahren für flache oder zylindrische Untergründe, z. B. Pappe, Textilien oder Gläser; hohe Farbdeckung und dicker Farbauftrag; weniger präzise Details möglich |
| Digitaldruck | u. a. Inkjetdruck und Laserdruck | keine statischen Druckformen wie Offsetdruckplatten, Stempel oder Schablonen benötigt; Daten werden direkt auf Bedruckstoff aufgebracht | detailgenaue Fotos und Farbverläufe auf ebenen Flächen druckbar; optimal für kleine Auflagen; CMYK |
Zusammenfassung – Tampondruck kurz erklärt
- indirektes Tiefdruckverfahren; arbeitet mit Vertiefungen im Klischee (Druckform)
- Druck auf unebener Fläche möglich, Druckfläche ist aber allgemein begrenzt
- flexibler und elastischer Tampon ermöglicht Bedrucken von nahezu allen Formen und Materialien
- Anwendung in sämtlichen Branchen, z. B. für Werbemittel & Spielzeug, da präzise Darstellung kleiner Motive möglich
- Tampondruck unter anderem geeignet für Kunststoffmaterialien, Glas, Keramik, Metall oder Karton